Radweg nicht genutzt: 1/4 Mitverschulden

Radfahrer haben den für sie eingerichteten Radweg zu benutzen. Wird ein Radfahrer schwer verletzt, weil ihm ein Linksabbieger die Vorfahrt nimmt, als er rechts auf der Fahrbahn statt auf dem Radweg geradeaus weiterfährt, ist ihm 1/4 Mitverschulden anzurechnen.

Das hat das Oberlandesgericht München in einem Urteil vom 04.07.2014 entschieden. Der Kläger hätte den Radweg benutzen müssen. Dann wäre der Unfall vermieden worden. Radwege dienten der Entmischung des Verkehrs und dem Schutz der Radfahrer. Zwar habe der Autofahrer den Unfall schuldhaft verursacht. Dem Radfahrer sei aber ein Mitverschulden zu 1/4 anzurechnen. Gründe, die es ihm erlaubt hätten, z.B. wegen des schlechten Zustandes des Radweges, auf der Fahrbahn zu fahren, hätten nicht vorgelegen.

(OLG München, Urteil vom 04.07.2014, AZ: 10 U 4997/13)

Christian Koch, Fachanwalt für Verkehrsrecht

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