Zu früh eingesetzter Zahnersatz: 6.000 Euro


 Setzt ein Zahnarzt der Patientin zu früh den provisorischen Zahnersatz ein, obwohl die Therapie mit einer Protrusionsschiene noch nicht abgeschlossen ist, handelt er grob fehlerhaft. Der Zahnarzt hatte die 37jährige Klägerin aus Bad Iburg wegen einer Fehlstellung des Unterkiefers mit einer Protrusionsschiene versorgt und gliederte drei Monate später die Interimsbrücke ein.

Die Zahnschmerzen verstärkten sich, erst nach Entfernen der Provisorien besserten sich die Beschwerden. Die mit einer Schienentherapie erreichte Position des Unterkiefers ist erst dann als gesichert anzusehen, wenn der Patient ein halbes Jahr beschwerdefrei ist. Wird die Interimsprothese bei weiterhin bestehenden Schmerzen eingegliedert und bildet sich ein chronisches Schmerzgeschehen aus, steht der Patientin ein Schmerzensgeld in Höhe von 6000 Euro zu.

(OLG Hamm, Urteil vom 06.06.14, AZ: 26 U 14/13)

Christian Koch, Fachanwalt für Medizinrecht

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