Zweifel an der Kompetenz des Sachverständigen

Soll ein gerichtlicher Sachverständiger ein aufwendiges und technisch schwieriges Operationsverfahren mit zahlreichen Fehlermöglichkeiten beurteilen, muss er selbst eine solche Operation persönlich durchgeführt haben. Hat der Sachverständige die Operation, die er zu bewerten hat, noch nie selbst durchgeführt, sondern bei dieser nur vor 18 Jahren assistiert, bestehen Zweifel an seiner Sachkunde.

Die Assistenz allein genügt nicht für die Annahme der für eine Beweiswürdigung des Gerichtes im Rahmen des § 286 ZPO erforderlichen Sachkunde des Sachverständigen. Nach Ansicht des Senates bedarf es eigener operativer Erfahrung, um ärztliches Handeln bei Durchführung einer schwierigen Operation beurteilen zu können (Handchirurgisches Operationsverfahren zur Neubildung des Daumens).

(KG, Urteil vom 05.09.2013, AZ: 20 U 80/10)

Christian Koch, Fachanwalt für Medizinrecht

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