blutbild pl 682801Das Blut versorgt den gesamten Organismus mit Nährstoffen und Sauerstoff, transportiert Wechselstoffschlacken und Schadstoffe. Ebenso sorgt das Blut dafür, dass Krankheitserreger und Keime neutralisiert werden. Besteht der Verdacht auf eine Infektion oder eine Stoffwechselstörung, ist dieses immer an veränderten Parametern des Blutes zu erkennen.

Das Blut selbst besteht aus einem flüssigen Anteil, dem Blutplasma (rund 55 %) und verschiedenen Arten von Blutzellen (ca. 45 %).

Wird geronnenes Blut zentrifugiert, entsteht hieraus das sogenannte Blutserum. Das Blutserum ist die klare Flüssigkeit, die sich nach Auswirkung der Zentrifugalkraft dabei absetzt. Das Blutserum hat die selbe Zusammensetzung wie das Plasma, enthält allerdings keine Gerinnungsstoffe. Aus Ihrem Vollblut werden im Labor die Anteile der verschiedenen Blutkörperchen bestimmt. Im Blutplasma, welches zu 90 % aus Wasser besteht, sind alle Stoffe gelöst, die das Blut transportiert, wie z.B. Glukose, Fette, Hormone oder Schlackenstoffe. Aus dem Blutserum kann das Labor Blutzuckerwerte, Eiweiß, Enzyme oder Mineralstoffe bestimmen. Es werden Ihnen daher im Rahmen einer Laboruntersuchung regelmäßig mehrere Röhrchen Blut abgenommen.

Um einer Infektion oder einer Stoffwechselstörung auf die Spur zu kommen, erstellt der Arzt ein sogenanntes kleines oder großes Blutbild. Unter einem Blutbild versteht man die Anzahl sowie das Verhältnis der verschiedenen Blutbestandteile untereinander. Beim sogenannten kleinen Blutbild ermittelt das Labor die Parameter Leukozyten, Erythrozyten, Thrombozyten, Hämoglobin, den Hämatokrit-Wert sowie MCH, MCV und MCHC.

Doch was bedeuten diese Parameter und was können vom Normalbereich abweichende Werte bedeuten?

Bei den Leukozyten handelt es sich um die weißen Blutzellen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Es gibt verschiedene Arten von Leukozyten, die ganz spezielle Aufgaben erfüllen. Erhöhte Messwerte können z.B. auf eine Infektion oder andere Erkrankungen hinweisen.

Die roten Blutkörperchen werden Erythrozyten genannt. Sie transportieren den Sauerstoff. Liegen erhöhte Erythrozyten-Werte vor, besteht Anlass, eine Lungen- oder Herzerkrankung anzunehmen. Hat ein Patient zu niedrige Erythrozyten-Werte, muss Eisenmangel oder eine Blutarmut (Anämie) differenzialdiagnostisch abgeklärt werden.

Die Thrombozyten im Blut sorgen zusammen mit den Gerinnungsfaktoren für eine ordnungsgemäße Blutgerinnung. Werden erhöhte Thrombozyten-Werte im Labor festgestellt, kann dies auf Verletzungen, schwere Infektionen oder eine Tumorerkrankung hindeuten.

Eine ähnliche Funktion wie die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) hat auch der rote Blutfarbstoff, der Hämoglobin genannt wird. Das Hämoglobin erhält den größten Teil des Eisens, der im Körper vorhanden ist.

Bei den Werten Hämatokrit, MCH, MCV und MCHC handelt es sich nicht um Bestandteile des Blutes. Zum Verständnis ist es wichtig, dass es sich vielmehr um rein rechnerische Werte bei der Auswertung des Blutbildes handelt.

Der Hämatokrit bezeichnet den Anteil von Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Verhältnis zum Gesamtblutvolumen im Körper in Prozent. Erhöhte Hämatokrit-Werte sind Anlass, differenzialdiagnostisch einen gestörten Wasserhaushalt zu befunden, etwa nach Wasserverlust im Rahmen einer Darmerkrankung. Die Abkürzung MCH steht für mittlerer zellulärer Hämoglobingehalt. Der MCH entspricht dem durchschnittlichen Hämoglobingehalt einer roten Blutzelle. MCV bedeutet mittleres Zellvolumen. MCH bezeichnet damit die durchschnittliche Größe eines Erythrozytens (rotes Blutkörperchen).

MCHC steht für die mittlere zelluläre Hämoglobinkonzentration (rote Blutfarbstoffkonzentration) und ergibt sich aus dem Hämoglobingehalt, bezogen auf das Erythrozytenvolumen. Je nach Konzentration und Verhältnis kann Ihr Arzt aus diesen Werten beispielsweise die Ursachen einer Anämie (Blutarmut) aber auch viele andere Erkrankungen abschätzen.

Im Gegensatz zum kleinen Blutbild, dass die Parameter Leukozyten, Erythrozyten, Thrombozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, MCH, MCV und MCHC umfasst, wird beim großen Blutbild auch ein sogenanntes Differenzialblutbild erhoben. Durch das Differenzialblutbild wird ermittelt, aus welchen Unterarten sich die Leukozyten (weiße Blutzellen) zusammensetzen. Dazu werden die weißen Blutzellen eingefärbt und ausgezählt. Damit kann das Labor Infektionen, Stoffwechselstörungen oder Erkrankungen des Blutes und sogar der Lymphe ermitteln. Im Rahmen des großen Blutbildes werden zusätzlich sogenannte Granulozyten, Monozyten, Lymphozyten, vielfach auch die Blutsenkungsreaktion (BSR oder BKS) ermittelt.

Granulozyten neutralisieren Krankheitserreger, wie z.B. Viren, Bakterien oder Pilze. Es können je nach Färbemethode neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten unterschieden werden. Die größten Blutbestandteile sind die Monozyten. Die Monozyten schalten Infektionserreger aus und können durch das Aussenden von Botenstoffen weitere Abwehrmaßnahmen im Organismus herbeiführen. Die Lymphozyten sind verantwortlich für die Bildung von Antikörpern. Die Lymphozyten veranlassen im Ernstfall weitere Maßnahmen der körpereigenen Immunabwehr.

Abschließend kann auch noch die Blutsenkungsreaktion (BSR oder BKS) errechnet werden. Dabei handelt es sich um einen unspezifischen Test bei Verdacht auf rheumatische oder andere entzündliche Erkrankungen sowie chronische Darmerkrankungen. Bei diesem Test wird genau gemessen, wie viele Millimeter sich die Blutkörperchen in einem standardisierten Messröhrchen in einer bzw. zwei Stunden absetzen.

Insgesamt ergeben sich folgende Normalwertbereiche des kleinen und großen Blutbildes:

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